
Als der Hurrikan Melissa als Sturm der Kategorie 5 über die Karibik fegte, hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Jamaika erlebte den stärksten Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von über 185 mph, sintflutartigen Regenfällen und Sturmfluten von bis zu 4 Metern. In der gesamten Region sind nach wie vor Hunderttausende ohne Strom. Ganze Ortschaften wurden zerstört. Krankenhäuser, Flughäfen und wichtige Infrastruktureinrichtungen haben erhebliche Schäden davongetragen.
Für LGBTQI-Personen in der gesamten Karibik legt diese Krise bestehende Ungleichheiten offen und verschärft sie noch. Klimakatastrophen betreffen nicht alle gleichermaßen, und für Gemeinschaften, die ohnehin schon unter Diskriminierung leiden, sind die Auswirkungen besonders schwerwiegend.
Immer wieder stellen wir fest, dass LGBTQI-Gemeinschaften in Krisenzeiten überproportional stark betroffen sind. Auch bei Klimakatastrophen zeigt sich dieses Muster. Diejenigen, die ohnehin schon an den Rand gedrängt sind, werden noch weiter an den Rand gedrängt.
Die Realität für LGBTQI-Personen
In Krisenzeiten werden LGBTQI-Personen häufig aus den Notfallmaßnahmen ausgeschlossen. In der gesamten Karibik bedeutet dies:
- Bereits bestehende Wohnunsicherheit – In Jamaika ist bereits jeder dritte LGBTQI-Mensch von Obdachlosigkeit oder Vertreibung betroffen, was diese Menschen im Katastrophenfall besonders gefährdet macht
- Vermeidung von Nothilfe – Über ein Drittel der LGBTQI-Jamaikaner gibt an, dass sie staatliche Hilfsmaßnahmen aus Angst vor Diskriminierung meiden würden, da viele Notunterkünfte von religiösen oder staatlichen Einrichtungen betrieben werden, die dafür bekannt sind, LGBTQI-Personen auszuschließen oder schlecht zu behandeln.
- Hindernisse beim Zugang zur medizinischen Grundversorgung – Beeinträchtigungen bei der HIV-Behandlung und der Hormonersatztherapie (HRT), wenn Krankenhäuser überlastet sind und Vorurteile weit verbreitet sind
- Verlust von Einkommen und Existenzgrundlagen – LGBTQI-Personen sind häufiger von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen und auf informelle Arbeit ohne soziale Absicherung angewiesen. Trans-Personen sind besonders gefährdet, da sie ihre Einkommensmöglichkeiten verloren haben und nun unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden.
- Hindernisse bei der Dokumentation – Trans- und nicht-binäre Menschen, deren Ausweisdokumente möglicherweise nicht mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmen, sehen sich beim Zugang zu Notfalldiensten und Hilfsangeboten mit Hindernissen konfrontiert
- Soziale Isolation – Stigmatisierung, Diskriminierung und Ablehnung durch die Familie führen dazu, dass LGBTQI-Personen in Notfällen auf weniger Unterstützungsnetzwerke zurückgreifen können
So können Sie helfen
Ihre Spende unterstützt die bewährten Förderpartner von GiveOut in der gesamten Karibik, die fest in den lokalen LGBTQI-Gemeinschaften verankert sind und sich unermüdlich dafür einsetzen, den am stärksten gefährdeten Menschen – insbesondere Trans-Personen – zu helfen. Diese Organisationen kümmern sich bereits um die Bedürfnisse der vom Hurrikan Melissa betroffenen LGBTQI-Menschen. Da sie tief in ihren Gemeinschaften verwurzelt sind, sind sie in einer einzigartigen Position, um Menschen zu erreichen, die möglicherweise keinen Zugang zu den allgemeinen Hilfsmaßnahmen haben oder diese aus Angst vor Diskriminierung aktiv meiden. Ihre Spenden ermöglichen eine schnelle und flexible Finanzierung, damit diese Organisationen in dieser Krise auf die dringenden Bedürfnisse von LGBTQI-Personen reagieren können.
Ihre Unterstützung ermöglicht Folgendes:
- Soforthilfe in Form von Bargeld und Lebensmittelgutscheinen für Menschen, die von Ernährungsunsicherheit betroffen sind
- Notunterkünfte und sichere vorübergehende Unterkünfte
- Beförderung an sichere Orte
- Wiederaufbauhilfe für diejenigen, die alles verloren haben
Wenn Sie aus Deutschland spenden möchten, nutzen Sie bitte TGE hier und hinterlassen Sie eine Nachricht mit dem Vermerk ‘Hurricane Melissa Appeal’, um LGBTQI-Menschen in der Karibik steuerlich vorteilhaft zu unterstützen.
Gemeinsam Nothilfe leisten
Es wird Jahre dauern, bis die durch den Hurrikan Melissa verursachten Schäden behoben sind. Doch gerade jetzt, in diesen entscheidenden ersten Wochen, wird Ihre Unterstützung LGBTQI-Personen in der gesamten Karibik zugutekommen, die beim Zugang zu den allgemeinen Hilfsmaßnahmen auf Hindernisse stoßen – und die möglicherweise niemanden sonst haben, an den sie sich wenden können.
Angesichts der Tatsache, dass mehr als ein Drittel der LGBTQI-Personen aus Angst vor Diskriminierung auf Nothilfe verzichten würde, sind von der Community geführte Organisationen nicht nur hilfreich, sondern unverzichtbar. Für Trans-Personen, die mit mehrfacher Benachteiligung konfrontiert sind, sind diese Förderpartner eine lebenswichtige Stütze.
Ihre Spende bedeutet mehr als nur Hilfe – sie sorgt für Sicherheit, Würde und Gemeinschaft, wenn es darauf ankommt.
Bitte spenden Sie heute, so viel Sie können.