Der britische LGBTQI-Bericht über internationale Spenden 2025

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transpersonen, Queers und Intersexuelle (LGBTQI) sind weltweit nach wie vor mit Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung konfrontiert. In vielen Ländern werden hart erkämpfte Rechte wieder eingeschränkt, der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft, und Organisationen, die sich für den Schutz der LGBTQI-Gemeinschaften einsetzen, sind zunehmenden Risiken ausgesetzt.

In diesem Bericht wird untersucht, wie das Vereinigte Königreich durch finanzielle Mittel auf diese Realität reagiert hat. Es wird analysiert, in welchem Umfang das Vereinigte Königreich  die wir im Zeitraum 2021–22 gemeinsam zur Unterstützung von LGBTQI-Gemeinschaften weltweit, mit Schwerpunkt auf dem Globalen Süden, bereitgestellt haben, sowie die Herkunft dieser Mittel. Wie bereits in unserem letzten Spendenbericht aus dem Jahr 2023 untersuchen wir die Beiträge aus vier Quellen: Stiftungen, staatliche Stellen, Unternehmen und private Spender.

Die Zahlen in diesem Bericht zeugen von einer Finanzierung, die zwar gering im Umfang, aber bedeutend in ihrer Wirkung ist. Die britischen Zuwendungen für LGBTQI-Themen auf internationaler Ebene machen nach wie vor nur einen winzigen Bruchteil der gesamten Ausgaben für Wohltätigkeit und Entwicklungshilfe aus. Da die globale LGBTQI-Bewegung jedoch chronisch unterfinanziert ist, kommt der Finanzierung aus Großbritannien großes Gewicht zu. Vor diesem Hintergrund können selbst bescheidene Erhöhungen oder Kürzungen der britischen Mittel tiefgreifende Auswirkungen auf die Stabilität, die Reichweite und das Überleben der Organisationen vor Ort haben.

Der von dieser Analyse abgedeckte Zeitraum 2021–22 war geprägt von relativer Stabilität und einem kontrollierten Wandel. Die Covid-19-Soforthilfen liefen aus, während viele Geldgeber ihre Prioritäten und Fördermodelle neu bewerteten. Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum wichtige Weichen für das spätere Wachstum der Investitionen der britischen Regierung gestellt, darunter die 2023 angekündigte fünfjährige Zusage in Höhe von 40 Millionen Pfund für globale LGBTQI-Rechte. Vor diesem Hintergrund stellt der Zeitraum 2021–22 einen Moment dar, in dem sich das britische Förderökosystem stabil entwickelte und sich für zukünftiges Wachstum positionierte.

Seitdem hat sich die internationale Förderlandschaft dramatisch verändert. Die Budgets für Entwicklungshilfe stehen erneut unter Druck, und wichtige internationale Finanzierungsquellen – allen voran USAID – wurden abrupt gekürzt. Für LGBTQI-Organisationen und die sie unterstützenden Vermittlungsstellen sind diese Schocks keine abstrakte Angelegenheit: Sie führen zu unmittelbaren Finanzierungslücken, zur Einstellung von Programmen und zu einer eingeschränkten Fähigkeit, auf die eskalierenden Gegenreaktionen zu reagieren. In diesem Umfeld ist die Rolle Großbritanniens als verlässlicher Finanzierungspartner wichtiger denn je.

Diese Herausforderungen lassen zwei klare Prioritäten erkennen. Erstens sollte das Vereinigte Königreich bestehende Verpflichtungen sichern, damit die hart erkämpften Fortschritte angesichts schwindender Ressourcen nicht verloren gehen. Zweitens sollte das Vereinigte Königreich seine Mittel intelligenter einsetzen, indem es die Zusammenarbeit zwischen Stiftungen, der Regierung, Unternehmen, Vermittlern und privaten Spendern vertieft. Kofinanzierung, Match-Funding und gemischte Ansätze können dazu beitragen, neue Ressourcen zu erschließen, Risiken zu teilen und sicherzustellen, dass die Mittel die Organisationen und Regionen erreichen, die unter dem größten Druck stehen.

Die Herausforderungen, denen sich internationale LGBTQI-Bewegungen heute gegenübersehen, sind groß, aber sie sind nicht unvermeidbar. Sie werden durch politische Entscheidungen, Förderprioritäten und kollektive Weichenstellungen geprägt. Die in diesem Bericht vorgelegten Erkenntnisse zeigen, dass die britische Förderung selbst in relativ bescheidenem Umfang eine entscheidende Rolle spielen kann. Wir hoffen, dass dieser Bericht eine klare Faktengrundlage für diese Entscheidungen liefert und ein erneutes Engagement dafür unterstützt, sicherzustellen, dass internationale LGBTQI-Gemeinschaften und die Organisationen, die sie unterstützen, in dieser Situation nicht allein gelassen werden.

Jason Ball, Geschäftsführer von GiveOut

Anne Aslett, Geschäftsführerin der Elton John AIDS Foundation