Klimawandel und rechtliche Anerkennung des Geschlechts in der Karibik

Es gibt nur wenige Forschungsarbeiten, die die Auswirkungen des Klimawandels auf Trans-Personen beleuchten. Das United Caribbean Trans Network (UCTRANS), ein Netzwerk von Trans-Organisationen aus der gesamten Karibik, führt derzeit eine Studie durch, die erstmals die Zusammenhänge zwischen der rechtlichen Anerkennung des Geschlechts und den Auswirkungen des Klimawandels in der Karibik untersuchen wird. Sie erzählten uns die Geschichte von Millie Milton, einer 57-jährigen trans-Aktivistin und Gemeindevorsteherin aus Guyana, die an der Essequibo-Küste von Guyana lebt. 

Im Juli 2021 kam es in Guyana zu einer längeren Phase mit starken Regenfällen. Diese anhaltenden Regenfälle führten in Verbindung mit der Springflut zu Überschwemmungen. Millies Garten stand unter Wasser. “Als arbeitslose Transfrau hat mich das besonders hart getroffen, weil ich auf die Folgen einer Katastrophe wie dieser Überschwemmung nicht vorbereitet bin”, erklärte Millie gegenüber UCTRANS.

Sie erzählte, dass sie, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, einen Gemüsegarten angelegt und die Ernte an ihre Nachbarn verkauft habe. “Der kleine Gemüsegarten war eine Einnahmequelle. Ich hätte die Bananen an meine Nachbarn verkaufen und von dem Geld Fisch oder Hähnchen kaufen können.”

Allerdings gingen die meisten ihrer Pflanzen bei der Überschwemmung ein. Sie versuchte, neue Pflanzen zu setzen, doch im September desselben Jahres kam es zu einer weiteren Überschwemmung, und alles ging erneut ein. 

Millie berichtete, dass die Zivilschutzkommission des Landes in einigen Gemeinden Lebensmittelpakete verteilt habe. Das Nationale Institut für Landwirtschaft und Forschung habe eine Initiative gestartet, um betroffene Menschen zu ermutigen, sich für Hilfe anzumelden. Sie habe sich angemeldet, doch als es an der Zeit war, die Geldzuschüsse auszuzahlen, habe man ihr mitgeteilt, ihr Name stehe nicht auf der Liste, da ihr Aussehen nicht mit dem auf ihrem Ausweis übereinstimme. Die bürokratischen Schritte zur Korrektur dieses Fehlers nahmen einige Zeit in Anspruch, und es dauerte Monate, bis sie Zugang zu Setzlingen und Dünger erhielt. “Es gibt keine Entschädigung für die Arbeit, und ich bekomme auch keine Unterstützung, wenn ich jemanden bezahlen möchte, der mir bei der Bewirtschaftung des Gartens hilft”, sagte sie. 

“Ich habe keine Rücklagen … keine Ersparnisse … daher hat es mich wirklich hart getroffen. Auch wenn manche Leute es vielleicht nur als eine Überschwemmung betrachten, hat es mich doch sehr mitgenommen.”

Die Überschwemmung war für Millie ein “bitteres Erwachen”, denn sie zeigte, welche Folgen der Klimawandel für schutzbedürftige Menschen haben kann, insbesondere für diejenigen, die keine Ersparnisse haben und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. “Ich habe keine Rücklagen … keine Ersparnisse … daher hat es mich wirklich hart getroffen. Auch wenn manche Leute es vielleicht nur als Überschwemmung betrachten, hat es mich doch sehr mitgenommen.”

Geschichten wie die von Millie zeigen, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf Trans-Gemeinschaften besonders schwerwiegend sein können. Wie Alexus D’Marco, die Geschäftsführerin von UCTRANS, erklärt: “Klimagerechtigkeit und Umweltarbeit, die von Trans-Organisationen geleitet werden – die ohnehin schon über zu wenige Ressourcen und Kapazitäten verfügen und Schwierigkeiten haben, ihre Bedürfnisse durchzusetzen –, sind selten.” 

Aus diesem Grund hat UCTRANS sein bahnbrechendes Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Dieses wird die Grundlage für das weitere Engagement und die Strategien von UCTRANS im Bereich der Klimagerechtigkeit bilden. Zu dieser Forschung sagte Alexus: ’Dies ist unser zweites Forschungsprojekt, und wir haben festgestellt, dass in den meisten Antworten angibt, dass sich die Situation für Menschen, die ohnehin schon benachteiligt sind, bei Naturkatastrophen noch weiter verschlimmert.“

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