GiveOut hat bereits im Jahr 2022 den „LGBTQI Legal Aid Fund“ ins Leben gerufen. Unser Ziel war es, Anwaltskanzleien im Vereinigten Königreich – namentlich Travers Smith, A&O Shearman, Jones Day und Milbank – zu mobilisieren, um LGBTQI-Organisationen dabei zu unterstützen, mithilfe des Rechts und der Gerichte die Gleichstellung an einigen der Orte voranzutreiben, an denen es für LGBTQI-Personen am schwierigsten ist, zu leben. Seit der Gründung des Fonds arbeiten die Anwaltskanzleien eng mit unseren Förderpartnern zusammen, um nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch unentgeltliche Rechtsberatung bereitzustellen. Über den Fonds vermittelt GiveOut den Kontakt zwischen Anwaltskanzleien und unseren Förderpartnern, wenn ein konkreter Bedarf an rechtlicher Unterstützung besteht. Dies reicht von der Bereitstellung juristischer Analysen und Recherchekompetenz bis hin zur Prüfung von Gesetzentwürfen, die potenziell schädlich für LGBTQI-Personen sind.
Bekämpfung diskriminierender Gesetze in Malaysia
In Malaysia sind LGBTQI-Personen erheblicher rechtlicher und gesellschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt: Gesetze, die gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellen, und gesellschaftlicher Druck tragen dazu bei, dass sie weiter an den Rand gedrängt werden. Die Organisation „Legal Dignity“ unter der Leitung von Andi Suraidah stellt sich diesen Herausforderungen, indem sie sich für die Rechte von LGBTQI-Personen einsetzt, insbesondere durch Rechtsreformen und die Unterstützung von LBTQ-Frauen, die in den gängigen Diskursen oft außer Acht gelassen werden.
Mit Unterstützung eines unserer Partner des Rechtshilfeprogramms führte „Legal Dignity“ ein Forschungsprojekt durch, in dem der Zugang zur Justiz für LGBTQI-Personen analysiert wurde. Das Projekt umfasst rechtliche Analysen, Fallstudien und Interviews und beleuchtet die systemischen Hindernisse, mit denen LGBTQI-Personen im malaysischen Rechtssystem konfrontiert sind. Legal Dignity wird die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um sich für politische Veränderungen und Rechtsreformen einzusetzen, die auf den Schutz der LGBTQI-Rechte abzielen.
“Unsere Partnerschaft hat entscheidend dazu beigetragen, dass Legal Dignity von juristischem Fachwissen und redaktioneller Unterstützung profitieren konnte, insbesondere im Rahmen unseres laufenden partizipativen Aktionsforschungsprojekts zu Rechtsfällen, an denen LGBTQI-Personen in Malaysia beteiligt sind”, sagt Andi. “Diese Zusammenarbeit hat unsere Fähigkeit, komplexe rechtliche Fragen zu analysieren und einen fundierten Bericht zu erstellen, erheblich gestärkt. Dank der unentgeltlichen Unterstützung konnten wir zudem sicherstellen, dass sich internationale Menschenrechtsstandards in unserer Lobbyarbeit widerspiegeln.”
Die Arbeit von „Legal Dignity“ ist von entscheidender Bedeutung in einem Land, in dem LGBTQI-Personen rechtliche Konsequenzen und soziale Ausgrenzung riskieren. Die Ergebnisse dieses Projekts werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, ein inklusiveres Rechtssystem voranzutreiben, das die Rechte aller Bürger*innen anerkennt und schützt, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Einsatz für inklusive Gesetzgebung in Guyana
Der LGBTQI-Rechtshilfefonds von GiveOut hat zudem eine Partnerschaft zwischen SASOD Guyana und der Anwaltskanzlei Jones Day ermöglicht. Als Menschenrechtsorganisation setzt sich SASOD Guyana für die Rechte der LGBTQI-Gemeinschaft in Guyana und der Karibik ein. In dem Land gibt es keinen Schutz vor Diskriminierung für LGBTQI-Personen, und Gesetze aus der Kolonialzeit stellen gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe, was zu einer Vielzahl rechtlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen führt.
SASOD Guyana ist besonders besorgt darüber, dass der Entwurf des Gesetzes zum Schutz vor Belästigung (“DPHB”) der Regierung nicht LGBTQI-inklusiv ist. Mitglieder der Community in Guyana sind aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, ihres Geschlechtsausdrucks und ihrer Geschlechtsmerkmale Belästigungen ausgesetzt.
Jones Day hat in Zusammenarbeit mit SASOD Guyana eine umfassende Prüfung des Gesetzentwurfs durchgeführt. Das Fachwissen von Jones Day war entscheidend für die Analyse, ob der Gesetzentwurf internationalen Menschenrechtsstandards entspricht, wobei der Schwerpunkt auf Schlüsselbereichen wie Durchsetzungsmechanismen und Bestimmungen zum Schutz marginalisierter Gruppen lag.
“Die Qualität dieser Gesetzesüberprüfung ist hervorragend”, sagt Joel Simpson, Geschäftsführer von SASOD Guyana. Dank der Unterstützung durch Jones Day konnte SASOD Guyana sicherstellen, dass seine Empfehlungen internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen und gleichzeitig den lokalen Herausforderungen Rechnung tragen.
Die vorgeschlagenen Änderungen umfassen strategische sprachliche Anpassungen, um die Lebensrealität queerer und transsexueller Menschen in Guyana besser widerzuspiegeln, und unterstreichen die Bedeutung einer inklusiven Rechtssprache, die Gleichberechtigung fördert und marginalisierte Gemeinschaften schützt. Während sich SASOD Guyana und seine Partner darauf vorbereiten, ihre Empfehlungen gegenüber der Regierung zu vertreten, ist diese Zusammenarbeit ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass der Gesetzentwurf gegen Belästigung die Bedürfnisse aller Bürger widerspiegelt, insbesondere derjenigen aus marginalisierten Gruppen.
Diese Partnerschaften unterstreichen die entscheidende Rolle, die unentgeltliche Rechtsberatung bei der weltweiten Förderung der LGBTQI-Rechte spielt. Durch die Vernetzung lokaler Organisationen mit globalen Anwaltskanzleien ermöglicht GiveOut diesen Organisationen, notwendige Rechtsreformen voranzutreiben, ihre Interessenvertretung zu stärken und den Schutz marginalisierter Gemeinschaften zu gewährleisten.
