Stärke und Stolz in Krisenzeiten

Von Jason Ball OAM, Geschäftsführer von GiveOut

Als die US-Regierung Anfang dieses Jahres unvermittelt wichtige Finanzmittel für LGBTQI-Organisationen einfror, löste dies eine Krise aus, die jeden Winkel unserer globalen Bewegung erfasste. Die Folgen waren unmittelbar: Organisationen an vorderster Front verloren Fördermittel, mussten Personal abbauen, wichtige Dienste einstellen und in einigen Fällen sogar bereits ausgezahlte Gelder zurückzahlen.

Die Botschaft der US-Regierung war eindeutig – Hilfe würde nicht mehr kommen. Doch im gesamten Vereinigten Königreich und auf der ganzen Welt haben wir unsere eigene Botschaft ausgesendet:

Wir sind zur Stelle. Wir handeln. Wir schauen nicht weg.

Dank des LGBTQI-Notfallfonds, der durch eine außergewöhnlich große Welle der Unterstützung gespeist wurde, haben LGBTQI-Organisationen nicht nur durchgehalten, sondern auch standhaft geblieben und sich zur Wehr gesetzt.


Schnelle Reaktion, echte Ergebnisse

In nur wenigen Monaten hat der “Urgent Response Fund” flexible Soforthilfegelder an über zwei Dutzend Organisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und der Karibik ausgezahlt – viele davon in Ländern, in denen die Zugehörigkeit zur LGBTQI-Gemeinschaft nach wie vor unter Strafe steht oder lebensbedrohlich ist. Diese Mittel haben mehr bewirkt, als nur „Lücken zu schließen“. Sie haben Hotlines am Laufen gehalten, Rechtsbeistände geschützt, sichere Unterkünfte gewährleistet und Tausenden Hoffnung gegeben.

In Jamaika startete TransWave neue Programme zur gegenseitigen Hilfe; in El Salvador stellte REDCAHT+ drei neue Teammitglieder ein und brachte die Stimmen von Trans-Personen vor die Vereinten Nationen; und im Irak blieb IraQueer trotz feindseliger Anti-LGBTQI-Gesetzgebung geöffnet und unterstützte weiterhin über 50 Menschen mit lebenswichtigen Dienstleistungen.

Ryan Silverio, der Geschäftsführer des ASEAN SOGIE Caucus in Südostasien, beschrieb die Lage unverblümt: “Es sieht schlecht aus. Es ist wirklich schlimm … viele LGBTQI-Gruppen sind darauf nicht vorbereitet.” Der Fonds verschaffte dem ASC gerade genug Luft zum Atmen, sodass die Organisation durchhalten und sich neu formieren konnte. Wie Ryan es ausdrückte: “GiveOut ist eine Rettungsleine.”.

Und im Libanon stand unsere Partnerorganisation Helem, die älteste LGBTQI-Organisation in der arabischen Welt, vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Als die US-Finanzmittel gestrichen wurden, geriet ihre Fähigkeit, dringende humanitäre Hilfe zu leisten – darunter Notunterkünfte und psychologische Betreuung –, an den Rand des Zusammenbruchs. Doch dank einer Förderung aus dem „Urgent Response Fund“ konnte Helem seinen Betrieb fortsetzen und LGBTQI-Personen in einem der politisch und wirtschaftlich instabilsten Umfelder der Region weiterhin unterstützen. Das war nicht nur Unterstützung. Es ging ums Überleben.


“Dieser Fonds ist unverzichtbar”

Hinter jeder Förderung steckt eine Geschichte des gemeinsamen Engagements, bei der die GiveOut-Spendergemeinschaft aus Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen auf außergewöhnliche Weise Verantwortung übernimmt. Ihre Worte erinnern uns daran, dass der „Urgent Response Fund“ nicht nur eine Quelle von Ressourcen ist, sondern auch Ausdruck globaler Solidarität.

“Die herzzerreißenden Berichte der Aktivisten vor Ort haben uns davon überzeugt, dass ihre wichtige Arbeit dringend unterstützt werden muss … Schon eine kleine Spende kann Leben retten.”
— Jon Steinberg & Josh Graff

“Wir haben AMPLIFUND ins Leben gerufen, um LGBTQIA+-Geschichten zu fördern, insbesondere dort, wo Sichtbarkeit lebensbedrohlich ist. Der Urgent Response Fund schützt die Kraft queerer Erzählungen, wenn sie am verwundbarsten sind.”
— Tag Warner, Geschäftsführer, GAY TIMES

“Angesichts der sich wandelnden globalen Rahmenbedingungen ist es für LBTQ-Gemeinschaften in Afrika schwieriger denn je, sich zu entfalten. Die Nutzung von Ressourcen aller Geber ist entscheidend, um die Grundlage für queere Organisationsarbeit im Globalen Süden wieder aufzubauen.”
— David Sampson, stellvertretender Direktor der Baring Foundation

“Wir stehen in Solidarität mit der weltweiten LGBTQI-Gemeinschaft. Durch unsere Partnerschaft mit GiveOut erleben wir jeden Tag die großartige Arbeit der dortigen Partner.”
— A&O Shearman

“Matching-Möglichkeiten sind unglaublich wichtig. Sie ermöglichen es Einzelpersonen wie mir, unsere Unterstützung zu verstärken.”
— Esther Healer

Diese großzügigen Gesten sind nicht nur finanzieller Natur, sondern stellen auch ein tiefgreifendes politisches und persönliches Engagement für die Wahrung der LGBTQI-Rechte weltweit dar.


Stolz ist ein Verb

In diesem Pride-Monat werden viele von uns frei demonstrieren können, während andere zum Schweigen gezwungen werden. In Ungarn wurde die Pride-Veranstaltung gänzlich verboten. An viel zu vielen Orten sind LGBTQI-Personen Gewalt, Verhaftungen und Ausgrenzung ausgesetzt.

Deshalb darf dieser Pride nicht nur ein Fest sein. Er muss ein Aufruf zum Handeln sein.

Ein Partner sagte dazu: “Dank GiveOut haben wir nicht nur überlebt – wir haben auch neue Kraft und Orientierung gewonnen.”.

Mit Unterstützung des LGBTQI-Solidaritätsfonds, Jede Spende, die bis zum 30. Juni eingeht, wird abgestimmt, wodurch sich die Wirkung verdoppelt. Das bedeutet mehr Hilfe in Krisenzeiten. Mehr geschützte Leben. Mehr Stimmen, die Gehör finden.

Lesen Sie die vollständigen Berichte über die Auswirkungen:

Mehr erfahren