Die Tschechische Republik ist eines der letzten Länder in Europa, in denen eine chirurgische Behandlung und eine Zwangssterilisation erforderlich sind, bevor eine Transperson ihre rechtliche Geschlechtsidentität ändern kann. Eine positive neue Entwicklung ist, dass „Trans*parent“, ein Partner von GiveOut, einen Durchbruch bei der Beendigung der Zwangssterilisation von Transpersonen in der Tschechischen Republik erzielt hat.
Nach jahrelanger Lobbyarbeit, Kampagnen und Aufklärungsarbeit haben das tschechische Justizministerium und der Menschenrechtsbeauftragte einen Gesetzentwurf vorgelegt, der dieser schädlichen Praxis ein Ende setzen würde. Zwar muss dieser Entwurf noch von beiden Parlamenten und vom Präsidenten ratifiziert werden, um Gesetzeskraft zu erlangen, doch könnte dies einen enormen Fortschritt für die Rechte von Transpersonen in der Region bedeuten.
“Jeder hat das Recht, sich frei so auszudrücken, wie er ist – und von der Gesellschaft in seiner gesamten Identität anerkannt zu werden. Transmensch*en haben derzeit keine freie Wahl; sie müssen sich entweder einer Operation mit allen damit verbundenen Risiken unterziehen oder bleiben in ihrer offiziellen Identität gefangen”, sagte die Regierungsbeauftragte für Menschenrechte, Klára Šimáčková Laurenčíková.
Viktor Heumann, Vorsitzender von Trans*parent, sagte: “Die derzeitige Gesetzgebung ist barbarisch und behandelt Transmenschen nicht als Menschen, die gleiche Chancen und Lebensbedingungen haben sollten. Die Abschaffung der Zwangskastrationen wäre ein historischer Meilenstein und ein großer Schritt für die Tschechische Republik in Richtung westlich orientierter Demokratien. Wir hoffen daher auf ein möglichst zügiges Gesetzgebungsverfahren und eine Änderung, die endlich den Wert jedes Menschen anerkennt.”
