Ein Licht ins Dunkel bringen: Ein wegweisender Bericht über Transmänner in Indonesien

Ein neuer Bericht von Transmänner in Indonesien, die erste Organisation des Landes, die von und für Transmänner geführt wird, leistet Pionierarbeit, indem sie die realen Lebenserfahrungen von Transmännern in ganz Indonesien sichtbar macht. Da Transmänner allzu oft aus nationalen Debatten, politischen Maßnahmen und Statistiken ausgeklammert werden, sind sie bislang weitgehend unsichtbar geblieben. Dieser Bericht bietet den bislang detailliertesten Einblick in die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, und in die Stärke, die sie dabei an den Tag legen.

Es gibt so gut wie keine öffentlich zugänglichen Daten über das Leben und die Rechte von Transmännern in Indonesien. Diese mangelnde Sichtbarkeit hat schwerwiegende Folgen – nicht nur für die betroffene Gemeinschaft selbst, sondern auch für diejenigen, die sich für eine Verbesserung der Gesetze, der Gesundheitsversorgung, der Bildung und der Dienstleistungen für LGBTQI-Personen einsetzen. Forschungsarbeiten wie diese tragen dazu bei, Hindernisse aufzudecken, und sind unerlässlich, um echte Veränderungen voranzutreiben.

Um dazu beizutragen, diese Lücke zu schließen, hat “Transmen Indonesia”, ein Förderpartner von GiveOut, einen aussagekräftigen neuen Bericht veröffentlicht: „Gerechtigkeit einfordern: Ein Lagebericht zur Verwirklichung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von Transmännern in Indonesien.“

Der Bericht basiert auf den Erfahrungsberichten von 75 Transmännern aus 12 Provinzen, die im Rahmen eines von der Community selbst geleiteten Forschungsprozesses gesammelt wurden. Er untersucht, ob Transmänner Zugang zu Grundrechten wie Ausweisdokumenten, Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeitsplätzen, Wohnraum und sozialen Dienstleistungen haben.

Einige wichtige Ergebnisse:

  • Zwar besaßen 98,71 TP3T der Teilnehmenden einen nationalen Personalausweis (KTP), doch viele waren mit „Deadnaming“, „Misgendering“ oder der Verweigerung von Dienstleistungen konfrontiert, da ihre Ausweisdokumente häufig nicht ihrer Geschlechtsidentität entsprachen.
  • Nur ein Drittel hatte reproduktionsmedizinische Versorgung in Anspruch genommen, und mehr als die Hälfte davon berichtete von Diskriminierung oder Ausgrenzung bei der Inanspruchnahme dieser Leistungen.
  • Über 75% waren von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen, was bedeutete, dass die meisten von ihnen in informellen, schlecht bezahlten Jobs ohne Arbeitsplatzsicherheit festsaßen.
  • Mehr als 40% lebten in Armut, wobei jeder Fünfte nach den Maßstäben der Weltbank in extremer Armut lebte.
  • Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden war in der Schule Einschränkungen hinsichtlich ihres Geschlechtsausdrucks ausgesetzt, darunter vorgeschriebene Kleiderordnungen und der Druck, sich den zugewiesenen Geschlechterrollen anzupassen.

Trotz dieser Herausforderungen enthält der Bericht auch Berichte über Stärke und gemeinschaftliche Unterstützung. Die Teilnehmenden beschrieben, wie wichtig Netzwerke unter Gleichgesinnten, von Trans-Personen geleitete Gruppen und inklusive Dienstleister sind, um ihnen dabei zu helfen, sich in komplexen Systemen zurechtzufinden und sichere Räume zu schaffen, in denen sie ganz sie selbst sein können.

Dies ist der erste Bericht in Indonesien, der sich ausschließlich auf die Erfahrungen von Transmännern konzentriert und dabei auf eine Studie zurückgreift, die von Transmännern selbst konzipiert und durchgeführt wurde. Er sammelt nicht nur Daten, sondern gibt einer oft ignorierten Gemeinschaft eine Stimme und zeigt, warum ihre Geschichten Teil der Debatten über Rechte und Gerechtigkeit sein müssen.

Die Ergebnisse sollen dazu dienen, sich für bessere Gesetze und Dienstleistungen einzusetzen, darunter die rechtliche Anerkennung des Geschlechts, Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung sowie bessere Schulungen für Fachkräfte im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in der Verwaltung. Außerdem helfen sie Verbündeten, Geldgebern und Organisationen dabei, Transmänner besser zu verstehen und zu unterstützen, und machen gleichzeitig deutlich, wie dringend es ist, Transmänner in nationale und internationale Menschenrechtsbemühungen einzubeziehen.

Im Kern ist dieser Bericht ein Fahrplan für den Wandel, ein Aufruf dazu, dafür zu sorgen, dass Gesetze, politische Maßnahmen und alltägliche Dienstleistungen die Würde, die Bedürfnisse und die Stimmen von Transmännern in Indonesien wirklich widerspiegeln.

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